Was kostet die Partnersuche in Österreich?

Was kostet die Partnersuche in Österreich wirklich? Von Premium-Mitgliedschaften über erste Dates bis zu versteckten Vertragskosten: Dieser Ratgeber zeigt typische Ausgaben, erklärt Rücktritts- und Kündigungsrechte und gibt praktische Tipps, wie Singles unnötige Kosten vermeiden.

Was kostet die Liebe? Nichts. Die Suche nach dem richtigen Menschen kann trotzdem Geld kosten.

Wer online einen Partner sucht, kann sich bei vielen Plattformen zunächst kostenlos anmelden. Für die vollständige Kommunikation ist bei klassischen Partnerbörsen jedoch häufig eine Premium-Mitgliedschaft erforderlich. Hinzu kommen Ausgaben für persönliche Treffen, Restaurantbesuche oder gemeinsame Unternehmungen.

Doch was kostet Online-Dating wirklich? Ist eine längere Mitgliedschaft günstiger? Und welche Rechte haben Sie, wenn Sie von einem Vertrag zurücktreten oder ihn kündigen möchten?

Ich teste Datingplattformen seit vielen Jahren persönlich und schließe dafür auch kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaften ab. Dabei achte ich nicht nur auf die Kontaktmöglichkeiten, sondern auch auf Preise, Vertragslaufzeiten und mögliche Kostenfallen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Datingplattformen bieten eine kostenlose Registrierung und eingeschränkte Basisfunktionen an.

  • Premium-Mitgliedschaften unterscheiden sich erheblich bei Preisen, Laufzeiten und Leistungen.

  • In meiner österreichischen Preisstichprobe lagen die Sechsmonatstarife zwischen 299,94 € und 418,14 €.

  • Entscheidend ist der Gesamtpreis, nicht allein die beworbene Monatsrate.

  • Auch persönliche Treffen und Freizeitaktivitäten verursachen Kosten.

  • Für viele online abgeschlossene Dating-Verträge besteht grundsätzlich ein 14-tägiges Rücktrittsrecht.

  • Bei bereits genutzten Leistungen kann unter bestimmten Voraussetzungen ein anteiliges Entgelt anfallen.

  • Seit Oktober 2026 erleichtert eine elektronische Rücktrittsfunktion den Rücktritt von bestimmten neuen Online-Verträgen.

  • Automatische Vertragsverlängerungen sind in Österreich nur unter bestimmten Voraussetzungen wirksam.

  • Wer sparen möchte, sollte zunächst zwei oder drei passende Anbieter kostenlos ausprobieren.

Was kostet Online-Dating in Österreich?

Die Anmeldung bei einer Partnerbörse ist in der Regel kostenlos. Basis-Mitglieder können meist ein Profil erstellen, Fotos hochladen, gegebenenfalls einen Persönlichkeitstest durchführen und erste Kontaktvorschläge ansehen. Für einen uneingeschränkten Nachrichtenaustausch reichen diese Funktionen jedoch häufig nicht aus.

Wer persönliche Nachrichten vollständig lesen und beantworten, alle Fotos ansehen oder sämtliche Kontaktfunktionen nutzen möchte, benötigt normalerweise eine kostenpflichtige Mitgliedschaft.

In meiner österreichischen Stichprobe lagen die ausgewiesenen Monatspreise der berücksichtigten Sechsmonatstarife zwischen 49,99 € und 69,69 €. Die Gesamtpreise dieser sechsmonatigen Premium-Mitgliedschaften lagen zwischen 299,94 € und 418,14 €.

Beide Angaben beziehen sich auf dieselben Tarife. Der Monatspreis ist der jeweilige Gesamtbetrag geteilt durch sechs. Bei anderen Vertragslaufzeiten können die Preise deutlich höher oder niedriger ausfallen.

Die Werte bilden meine Stichprobe von fünf Anbietern zum Stand November 2026 ab. Sie sind keine allgemeine Preisstatistik für den gesamten österreichischen Datingmarkt. Preise, Rabatte und angebotene Vertragslaufzeiten können sich jederzeit ändern.

Maßgeblich war jeweils der angezeigte Gesamtpreis der ersten sechsmonatigen Vertragslaufzeit. Mögliche höhere Verlängerungspreise sind in dieser Spanne nicht enthalten.

Entscheidend ist deshalb immer der Gesamtpreis, den Ihnen der Anbieter unmittelbar vor dem Vertragsabschluss anzeigt.

Warum sind Dating-Preise so schwer vergleichbar?

Ein günstiger Monatspreis bedeutet nicht automatisch, dass eine Mitgliedschaft insgesamt preiswert ist.

Ein zwölfmonatiges Abonnement kann beispielsweise monatlich deutlich günstiger sein als eine Mitgliedschaft über drei Monate. Dafür verpflichten Sie sich aber auch zu einer längeren Laufzeit und möglicherweise einem höheren Gesamtbetrag.

Außerdem unterscheiden sich die enthaltenen Leistungen. Manche Anbieter ermöglichen unbegrenzte Nachrichten und Video-Dates, während andere bestimmte Kontaktmöglichkeiten einschränken oder nur ein begrenztes monatliches Kontaktkontingent freischalten.

Auch Rabatte müssen genau geprüft werden. Ein Sonderpreis kann ausschließlich für die erste Vertragslaufzeit gelten. Bei der automatischen Verlängerung wird anschließend möglicherweise der reguläre Preis ohne Rabatt berechnet.

Petra Frömsdorf
Dating-Expertin · Autorin · Gründerin
Vergleichen Sie immer den Gesamtpreis, die Vertragslaufzeit, den Leistungsumfang und die Bedingungen für eine automatische Verlängerung.

Was kosten einzelne Partnerbörsen?

In meinen ausführlichen Praxistests finden Sie Informationen zu Preisen, Vertragslaufzeiten und Leistungen einzelner Anbieter.

Bei klassischen Partnervermittlungen habe ich unter anderem die Parship Kosten, eDarling Kosten und be2 Kosten untersucht.

Für Singles in der zweiten Lebenshälfte ist außerdem mein Test zu den Zusammen Kosten interessant.

Wer unverbindliche Kontakte sucht, kann sich über die C-Date Kosten informieren.

Bei jedem Anbieter lohnt sich ein genauer Blick auf die unterschiedlichen Laufzeiten. Ein längeres Abonnement muss nicht die beste Wahl sein, selbst wenn der rechnerische Monatspreis niedriger ausfällt.

Welche zusätzlichen Kosten entstehen bei der Partnersuche?

Mit einer Dating-Mitgliedschaft allein ist es häufig nicht getan. Sobald Sie interessante Menschen kennenlernen, entstehen weitere Ausgaben. Dazu gehören beispielsweise Kaffeehaus- und Restaurantbesuche, Fahrtkosten, Eintrittskarten oder gemeinsame Freizeitaktivitäten.

Für ein erstes Treffen im Kaffeehaus können Sie etwa 15 bis 25 € für zwei Personen einplanen. Das ist ein einfaches Beispielbudget und kein statistischer österreichischer Durchschnittswert.

Ein erstes Date muss aber keineswegs teuer sein. Ein Spaziergang, eine gemeinsame Melange oder ein Besuch auf einem Wochenmarkt bieten oft eine ebenso gute Gelegenheit, sich in entspannter Atmosphäre kennenzulernen.

Entscheidend ist schließlich nicht, wie viel Sie für ein Treffen ausgeben, sondern ob Sie sich miteinander wohlfühlen.

Online oder offline: Welche Partnersuche ist günstiger?

Auch die klassische Partnersuche außerhalb des Internets verursacht Kosten. Wer regelmäßig Single-Veranstaltungen, Tanzabende, Konzerte oder andere Freizeitangebote besucht, bezahlt unter Umständen Eintritt, Getränke und Fahrtkosten.

Über mehrere Monate können diese Ausgaben durchaus mit den Kosten einer Premium-Mitgliedschaft vergleichbar sein.

Online-Partnerbörsen haben den Vorteil, dass Sie interessante Singles häufig bereits nach Alter, Wohnort, Interessen und Beziehungswünschen auswählen können. Bei klassischen Partnervermittlungen kommen Persönlichkeitstests und Matching-Verfahren hinzu.

Diese Vorauswahl garantiert zwar keine erfolgreiche Partnersuche, kann aber helfen, gezielter nach passenden Menschen zu suchen.

Bei persönlichen Veranstaltungen wiederum erkennen Sie unmittelbar, ob Sympathie vorhanden ist und die Chemie stimmt.

Ein reiner Preisvergleich greift deshalb zu kurz. Entscheidend ist auch, wie viel Zeit und Geld Sie investieren müssen, um interessante Menschen kennenzulernen.

Was kostet die Partnersuche über sechs Monate?

Um die möglichen Ausgaben besser einschätzen zu können, habe ich drei einfache Rechenbeispiele zusammengestellt.

Variante 1: Kostenlose Partnersuche und einfache Dates

Sie nutzen ausschließlich kostenlose Dating-Funktionen und vereinbaren innerhalb von sechs Monaten sechs persönliche Treffen.

Bei angenommenen Kosten von 20 € pro Treffen entstehen Gesamtkosten von rund 120 €.

Variante 2: Premium-Mitgliedschaft und einfache Dates

Sie entscheiden sich für eine sechsmonatige Premium-Mitgliedschaft und vereinbaren ebenfalls sechs Treffen.

Bei eDarling zahlen Sie beispielsweise 299,94 € für sechs Monate. Hinzu kommen 120 € für persönliche Treffen.

Gesamtkosten: 419,94 €.

Variante 3: Premium-Mitgliedschaft und gemeinsame Unternehmungen

Sie entscheiden sich beispielsweise für Parship Premium Classic und planen neben sechs einfachen Treffen drei weitere gemeinsame Unternehmungen.

Für die sechsmonatige Mitgliedschaft zahlen Sie 395,40 €. Für die Treffen und Unternehmungen kalkulieren Sie zusätzlich 210 bis 300 €.

Gesamtkosten: 605,40 bis 695,40 €.

Diese Beispiele dienen lediglich der finanziellen Orientierung. Individuelle Fahrtkosten und Übernachtungen sind nicht berücksichtigt. Auch lassen sich daraus keine Rückschlüsse auf die tatsächlichen Erfolgschancen ziehen.

Was kostet die Partnersuche ab 50?

Gerade bei der Partnersuche ab 50 kommt es meiner Erfahrung nach nicht allein auf den Preis an. Wichtiger ist, ob die Plattform zur eigenen Lebensphase passt, ausreichend interessante Mitglieder vorhanden sind und sich darunter auch Singles aus der näheren Umgebung befinden.

Eine günstige Mitgliedschaft bringt wenig, wenn Sie kaum passende Kontaktvorschläge erhalten. Umgekehrt kann sich ein höherer Preis lohnen, wenn die Plattform Ihren Vorstellungen entspricht und Sie dort interessante Menschen kennenlernen.

Ich empfehle deshalb, sich zunächst bei zwei oder drei geeigneten Partnerbörsen kostenlos anzumelden. Vergleichen Sie die Mitglieder, die vorgeschlagenen Kontakte und die Bedienung.

Eine Auswahl geeigneter Anbieter finden Sie in meinem Vergleich der Partnerbörsen ab 50.

Erst wenn Sie sich auf einer Plattform wohlfühlen, sollten Sie über eine Premium-Mitgliedschaft nachdenken.

Versteckte Kosten und automatische Vertragsverlängerungen

Bei Dating-Abonnements lohnt sich ein genauer Blick auf die Vertragsbedingungen. Achten Sie insbesondere auf die erste Laufzeit, den Gesamtpreis, mögliche Sonderangebote, die automatische Verlängerung und die Kündigungsfrist.

In Österreich sind automatische Vertragsverlängerungen nicht uneingeschränkt zulässig. Für Verlängerungsklauseln, nach denen sich ein Vertrag wegen einer ausbleibenden Kündigung verlängert, gelten besondere gesetzliche Voraussetzungen.

Dazu gehört insbesondere, dass die Verlängerung vertraglich klar vereinbart wurde und das Unternehmen den Verbraucher zu Beginn des vorgesehenen Kündigungszeitraums in einer gesonderten und deutlich erkennbaren Mitteilung auf die bevorstehende Verlängerung und die Möglichkeit einer Kündigung hinweist.

Ein allgemeiner Hinweis in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen allein genügt dafür nicht. Fehlen die gesetzlichen Voraussetzungen, kann die automatische Verlängerung unwirksam sein.

Wichtig: Das Löschen Ihres Dating-Profils beendet nicht automatisch eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft. Auch die bloße Deinstallation einer App reicht dafür nicht aus.

Bewahren Sie deshalb Ihre Bestellbestätigung auf und notieren Sie sich Ihre Kündigungsfrist möglichst unmittelbar nach dem Vertragsabschluss.

Dating-Abo widerrufen: Das 14-tägige Rücktrittsrecht

Wenn Sie eine kostenpflichtige Dating-Mitgliedschaft online abschließen, steht Ihnen als Verbraucher in Österreich grundsätzlich ein Rücktrittsrecht von 14 Tagen zu. Die Grundlage bildet insbesondere das Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz.

Bei solchen Dienstleistungsverträgen beginnt die Rücktrittsfrist normalerweise mit dem Vertragsabschluss, sofern Sie ordnungsgemäß über Ihr Rücktrittsrecht informiert wurden. Innerhalb dieser Frist können Sie den Vertrag grundsätzlich ohne Angabe von Gründen rückgängig machen.

Dafür genügt eine eindeutige Erklärung gegenüber dem Anbieter. Bewahren Sie möglichst einen Nachweis über die rechtzeitige Absendung auf.

Im österreichischen Recht wird überwiegend der Begriff „Rücktritt“ verwendet. „Widerruf“ ist jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch und bei der Bezeichnung der neuen elektronischen Funktion ebenfalls üblich.

Gesetzliche Ausnahmen bleiben zu beachten.

Neu seit Oktober 2026: Der Widerrufsbutton

Seit dem 1. Oktober 2026 müssen Unternehmen in Österreich für bestimmte Verträge, die über eine Online-Benutzeroberfläche abgeschlossen werden und für die ein gesetzliches Rücktrittsrecht besteht, eine elektronische Rücktrittsfunktion bereitstellen.

Die Regelung gilt für die davon erfassten Verträge, die nach dem 30. September 2026 abgeschlossen werden.

Über diese Funktion können Verbraucher ihren Rücktritt online erklären. Sie muss leicht zugänglich und eindeutig gekennzeichnet sein, beispielsweise mit der Formulierung „Vertrag widerrufen“. Nach dem Absenden muss der Anbieter den Eingang elektronisch bestätigen.

Der sogenannte Widerrufsbutton erleichtert die Ausübung eines bestehenden Rücktrittsrechts. Er schafft kein neues Rücktrittsrecht und verlängert nicht automatisch die gesetzliche Frist.

Die elektronische Rücktrittsfunktion ist außerdem nicht mit der Kündigung einer laufenden Premium-Mitgliedschaft zu verwechseln.

Wertersatz beim Rücktritt: Wann muss ich trotzdem bezahlen?

Ein rechtzeitiger Rücktritt bedeutet nicht immer, dass eine bereits genutzte Premium-Mitgliedschaft vollständig kostenlos bleibt.

Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen darf ein Anbieter für bereits erbrachte Dienstleistungen ein anteiliges Entgelt verlangen. Dazu muss der Verbraucher den Beginn der Leistung während der Rücktrittsfrist ausdrücklich verlangt haben und ordnungsgemäß über die damit verbundene Zahlungspflicht informiert worden sein.

Fehlt das ausdrückliche Verlangen oder die erforderliche Information, besteht grundsätzlich keine Pflicht zur Zahlung eines anteiligen Entgelts.

Bei fortlaufend erbrachten Dienstleistungen spielt normalerweise der Anteil der bereits erbrachten Leistung an der vereinbarten Gesamtleistung eine Rolle.

Ein einfaches Rechenbeispiel

Angenommen, Sie schließen eine zwölfmonatige Premium-Mitgliedschaft für insgesamt 480 € ab. Nach sieben Tagen erklären Sie rechtzeitig den Rücktritt.

Bei einer rein zeitanteiligen Berechnung über 365 Tage ergibt sich:

480 € ÷ 365 Tage × 7 Tage = rund 9,21 €.

Dieser Betrag dient nur zur Veranschaulichung. Ob ein Entgeltanspruch besteht und wie er konkret berechnet wird, hängt vom Vertrag, der bereits erbrachten Leistung und den gesetzlichen Voraussetzungen ab.

Petra Frömsdorf
Dating-Expertin · Autorin · Gründerin
Akzeptieren Sie ungewöhnlich hohe Forderungen nicht ungeprüft. Lassen Sie die Berechnung gegebenenfalls von der Arbeiterkammer oder einer Konsumentenschutzstelle kontrollieren.

Dating-Abo kündigen: Kündigungsfristen und Vertragsverlängerungen

Rücktritt und Kündigung sind zwei unterschiedliche Dinge.

Mit einem Rücktritt können Sie sich innerhalb der gesetzlichen Frist und unter den entsprechenden Voraussetzungen von einem neu abgeschlossenen Vertrag lösen. Eine Kündigung beendet dagegen eine bestehende Mitgliedschaft nach den geltenden vertraglichen und gesetzlichen Regeln.

Achten Sie auf die vereinbarte Laufzeit, den vorgesehenen Kündigungsweg und die Bedingungen einer automatischen Verlängerung. Bei bestimmten befristeten Verbraucherverträgen kann in Österreich ein rechtzeitiger und gesonderter Hinweis vor der Verlängerung erforderlich sein.

Die neue österreichische Rücktrittsfunktion ersetzt nicht die Kündigung einer laufenden Premium-Mitgliedschaft. Prüfen Sie deshalb, welche Kündigungsmöglichkeiten der Anbieter tatsächlich bereitstellt und welche Frist in Ihrer Bestellbestätigung genannt wird.

Erklären Sie die Kündigung eindeutig und bewahren Sie die Bestätigung oder einen anderen Nachweis über die rechtzeitige Absendung auf.

Petra Frömsdorf
Dating-Expertin · Autorin · Gründerin
Kündigen Sie rechtzeitig. Falls sich ein Vertrag überraschend verlängert, sollten Sie prüfen lassen, ob die Verlängerung wirksam ist.

Unterschied zwischen Partnervermittlung und Singlebörse

Nicht jede Datingplattform fällt rechtlich unter dieselben besonderen Vorschriften.

Bei einer klassischen persönlichen Partnervermittlung stehen individuelle Vermittlungsleistungen im Vordergrund. Eine Online-Singlebörse stellt dagegen häufig eine Plattform bereit, auf der Mitglieder selbst nach Kontakten suchen oder automatisierte Kontaktvorschläge erhalten.

Die rechtliche Einordnung hängt von den tatsächlich vereinbarten Leistungen ab. Besondere Vorschriften für persönliche Partnervermittlungsverträge lassen sich deshalb nicht automatisch auf jede Online-Dating-Plattform übertragen.

Was tun bei Problemen mit Rücktritt oder Kündigung?

Falls ein Anbieter trotz eines wirksamen Rücktritts oder einer wirksamen Kündigung weiterhin Beiträge verlangt, sollten Sie zunächst Ihre Unterlagen zusammentragen.

Dazu gehören die Bestellbestätigung, die Vertragsbedingungen, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie die Nachweise über Ihren Rücktritt oder Ihre Kündigung.

Widersprechen Sie aus Ihrer Sicht unberechtigten Forderungen möglichst schriftlich und nachweisbar.

Bei Streitigkeiten über Vertragsverlängerungen, Kündigungen oder anteilige Entgelte können die Arbeiterkammer, der Verein für Konsumenteninformation und die Internet Ombudsstelle weiterhelfen.

Romance Scam: Wenn Online-Dating richtig teuer wird

Nicht nur Mitgliedsbeiträge können bei der Partnersuche zu finanziellen Problemen führen. Beim sogenannten Romance Scam täuschen Betrüger eine Liebesbeziehung vor, um Geld zu erlangen.

Häufig bauen sie über mehrere Wochen eine emotionale Bindung auf. Anschließend berichten sie von angeblichen Notfällen, Erkrankungen oder finanziellen Schwierigkeiten und bitten um Unterstützung.

Besonders vorsichtig sollten Sie werden, wenn eine neue Bekanntschaft ungewöhnlich schnell von Liebe spricht, persönliche Treffen wiederholt vermeidet oder Geld fordert.

Petra Frömsdorf
Dating-Expertin · Autorin · Gründerin
Überweisen Sie einer Online-Bekanntschaft kein Geld, nur weil Sie bereits intensive Gespräche geführt haben oder starke Gefühle entstanden sind.

So sparen Sie bei der Partnersuche Geld

Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie unnötige Ausgaben vermeiden:

  • Melden Sie sich zunächst bei zwei oder drei geeigneten Plattformen kostenlos an.

  • Vergleichen Sie Gesamtpreise statt beworbener Monatsraten.

  • Wählen Sie eine Vertragslaufzeit, die zu Ihren Vorstellungen passt.

  • Vermeiden Sie unnötige parallele Premium-Mitgliedschaften.

  • Notieren Sie sich Rücktritts- und Kündigungsfristen.

  • Prüfen Sie Sonderangebote und Verlängerungsbedingungen sorgfältig.

  • Gestalten Sie erste Treffen unkompliziert und kostengünstig.

Sparen bedeutet allerdings nicht, grundsätzlich den billigsten Anbieter zu wählen. Eine gute Partnerbörse sollte vor allem zu Ihren Wünschen passen und realistische Kontaktmöglichkeiten bieten.

Mein Fazit: Was kostet die Partnersuche wirklich?

Partnersuche kann kostenlos beginnen. Wer eine klassische Online-Partnervermittlung vollständig nutzen möchte, muss jedoch häufig mit zusätzlichen Ausgaben rechnen. Dazu kommen Kosten für persönliche Treffen, Veranstaltungen und Fahrtwege.

Online-Partnerbörsen können die Suche durch Filter, Persönlichkeitstests und Matching-Verfahren gezielter gestalten. Eine Garantie für eine glückliche Partnerschaft gibt es allerdings nicht.

Besonders wichtig finde ich, dass Sie nicht nur auf den Preis achten, sondern auch Ihre Verbraucherrechte kennen. Ein vermeintlich günstiges Angebot kann teuer werden, wenn Sie Vertragslaufzeiten, automatische Verlängerungen oder Kündigungsbedingungen übersehen.

Petra Frömsdorf
Dating-Expertin · Autorin · Gründerin
Meine Empfehlung: Melden Sie sich zunächst bei zwei oder drei passenden Anbietern kostenlos an und vergleichen Sie die Kontaktvorschläge. Entscheiden Sie sich erst dann für eine Premium-Mitgliedschaft, wenn Sie interessante Menschen unter den Kontaktvorschlägen finden und die Vertragsbedingungen kennen. So investieren Sie Ihr Geld dort, wo die Partnersuche am besten zu Ihren persönlichen Vorstellungen passt.

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Petra Frömsdorf
Petra Frömsdorf
Petra Frömsdorf ist Dating-Expertin, Autorin und Gründerin von top6partnersuche.at. Mit "Herz sucht Anschluss - Online-Dating ab 50" (mvg-Verlag) begleitet sie Singles ab 50 auf dem Weg zur erfolgreichen Partnersuche im Internet. Seit Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit dem Thema "Online-Dating".